Technische Umsetzung

Der Querschnitt

Das Staatliche Bauamt Kempten plant den Allgäuschnellweg nach den in Deutschland gültigen Regelwerken. Die Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (kurz RAA) wurden 2008 eingeführt und beschreiben die Planung und den Entwurf von Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen. Der Regelquerschnitt (RQ) 28 kommt nach den RAA für Autobahnen der Entwurfsklasse 2, autobahnähnliche Straßen, mit einer Verkehrsbelastung von bis zu 30.000 Kfz/24h zum Einsatz.

Die B12 weist heute einen einbahnigen Querschnitt mit zwei bzw. drei Fahrstreifen auf. Mit dem RQ 28 wird die B12 von Kempten nach Buchloe durchgehend 4-streifig. Der RQ 28 besteht aus zwei Richtungsfahrbahnen mit je 10,5 m Breite (inkl. Seitenstreifen), einem Mittelstreifen von 4 m und seitlichen Banketten von je 1,5 m. Um den Verkehrsfluss während der Bauzeit sicherzustellen, soll die zusätzliche Richtungsfahrbahn, wenn möglich, neben die bestehende Trasse angebaut werden (Variante A).

Mittel- und Seitenstreifen

Mittelstreifen

Der Mittelstreifen sorgt für die bauliche Trennung der beiden Richtungsfahrbahnen. Daher ist er ein wichtiger Faktor zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Breite von 4 m stellt sicher, dass ausreichend Platz für die notwendigen baulichen Einrichtungen, wie die Stützen der Bauwerke, Straßenentwässerung und die Schutzplanken vorhanden ist. Im Mittelstreifen von zweibahnigen Straßen – wie dem Allgäuschnellweg –sind Schutzeinrichtungen grundsätzlich erforderlich, um ein Abkommen der Fahrzeuge auf die Gegenfahrbahn zu vermeiden.

Seitenstreifen

Die B12 hat heute keine Seitenstreifen, sondern lediglich kleine Nothaltebuchten in regelmäßigen Abständen. Der RQ 28 sieht für den Allgäuschnellweg beidseitig einen Seitenstreifen vor. Dieser ist aus Gründen der Verkehrssicherheit sowie des Betriebsdienstes erforderlich. Fahrzeuge können in Zukunft im Pannenfall den Seitenstreifen benutzen und behindern so nicht mehr den fließenden Verkehr. Auch der Betriebsdienst kann für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen auf den Seitenstreifen ausweichen und wird vom fließenden Verkehr nicht mehr gefährdet bzw. hält diesen auf. Die Seitenstreifen werden für Lastkraftwagen dimensioniert und sind 2,50 m breit.

Bauwerke

Entlang des Allgäuschnellwegs von Kempten nach Buchloe befinden sich heute 76 Brückenbauwerke. Im Zuge des Ausbaus sollen die vorhandenen Bauwerke mit einem zusätzlichen Bauwerk für die zweite Fahrbahn ergänzt werden. Möglich ist dies allerdings nur, wenn der Ausbau einseitig erfolgt (s. Querschnitt) und wenn das Bauwerk bereits heute die notwendige Breite für eine Fahrbahn (nach RQ 28) besitzt. Ist dies nicht der Fall, werden die Bauwerke ersetzt. Auch die Bauwerke, welche schon heute nicht mehr den aktuellen Richtlinien entsprechen, und zum Beispiel eine zu geringe Durchfahrtshöhe aufweisen (<4,50m), werden erneuert. Die querenden Straßen sind heute oftmals hinsichtlich der gestiegenen Anforderung der heutigen Landwirtschaft zu klein.

Anschlussstellen

Die heute vorhandenen Anschlussstellen bleiben erhalten und werden an den neuen Querschnitt der Straße angepasst. Für die bessere Anbindung der umliegenden Gemeinden mit dem übergeordneten Straßennetz sind zudem neue Anschlussstellen geplant.

Im PA 1 (Kempten-Wildpoldsried) ist die neue Anschlussstelle Betzigau auf Höhe der OA 18 bei Betzigau bzw. Wildpoldsried vorgesehen.

Im PA 3 (Geisenried-Altdorf) sind die neuen Anschlussstellen Ruderatshofen* und Bertholdshofen* in der Diskussion. Diese sind jedoch im Kontext mit den bestehenden Anschlussstellen Marktoberdorf West und Marktoberdorf Ost sowie dem derzeit im Bau befindlichen Tunnel Bertholdshofen im Zuge der Planung des PA3 zu prüfen.

Anschlussstellen

    AS Kempten
  AS Betzigau
  AS Wildpoldsried
  AS Kraftsried
  AS Marktoberdorf
  AS Ruderatshofen
  AS Biessenhofen
  AS Bertoldshofen
  AS Kaufbeuren
  AS Germaringen
  AS Jengen
  AS Buchloe

Parkplätze

Während die Planung des Ausbaus in 6 unabhängigen Planungsabschnitten erfolgt, ist für die Parkplätze zunächst ein Gesamtkonzept für die 51 km lange Ausbaustrecke erforderlich. Derzeitig befinden sich entlang der Strecke von Kempten nach Buchloe an vier Standorten beidseitig kleine Parkplätze. Schon heute befinden sind diese an ihrer Kapazitätsgrenze.

An autobahnähnlich ausgebauten Bundesstraßen wie dem künftigen Allgäuschnellweg, soll der Abstand von unbewirtschafteten Rastanlagen circa 25-30 km betragen. Der Plan ist daher im Zuge des Ausbaus die bestehenden Parkplätze aufzulassen und dafür an den Drittelspunkten der gesamten Ausbaustrecke jeweils beidseitig richtlinienkonforme PWC-Anlagen zu errichten. (Unter einer PWC-Anlage versteht man eine unbewirtschaftete Rastanlage mit einem WC-Gebäude.) Zur Ermittlung des Parkraumbedarfs entlang der Strecke Kempten- Buchloe sowie der Entwicklung eines Standortkonzepts sind nun spezielle Verkehrsuntersuchungen geplant.